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Veränderte Zeiten, veränderte Handlungen, vertraute Gespräche

Da stand er, rote Jacke, rote Brille und die Maske über Mund und Nase. Es war beinahe Mitternacht, ein Hund bellte, sonst war es sehr still in der Gasse. „Ich war bei der Bank!“, hörte sie ihn sagen, ihr Blick blieb an der prall gefüllten Stofftasche hängen. Ja, so beginnen Krimis. So beginnt eine Szene, in der mein Mann mir erzählt, wie irritiert er war, als er mit Maske über Nase und Mund in die Bank ging. Er tätigte dort Überweisungen. Seit wir uns kennen und das ist wirklich lange, haben wir noch nie darüber gesprochen, wer von uns wann und mit welchem Ziel bei der Bank war. Ich nutze das digitale Bankservice, er geht zur Bank, so war es. Ich erzählte meinerseits, wie unangenehm der Einkauf im Bio-Markt war, alles bio-bio-bio und dann kennen  dort zwei besonders Eifrige den kleinen Elefanten noch nicht, der doch zwischen mir und ihnen stehen sollte. Wenn  man das Tierchen denn stehen ließe, ja, gut, stellen Sie sich, liebe Bobo-Bio-Einkäufer auch ein kleines Kalb oder eine Gemse vor oder eine Yoga-Trainerin „im herabschauenden Hund“ – nichts gegen Yoga-Trainerinnen! - : „Aber halten Sie bitte Abstand!“ Wir haben einander momentan viel zu erzählen, der Mann mit der Maske und ich.